Infos zum Welpenpreis - Olde Bulls - Leavitt Bulldog Zucht - David Leavitt's Olde English Bulldogge

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Infos zum Welpenpreis

Immer wieder kommen Fragen hoch, wie sich der Preis eines Welpen bei einem seriösen Züchter rechtfertigt. Da werden ganz schnell Vorwürfe von wegen schneller Geldmacherei in den Raum gestellt, wenn es heißt das ein Welpe zwischen 1500 und 2000 Euro kostet. Wer sich mit der Materie und den Hintergründen nicht beschäftigt, der wird das Ganze nur sehr kurzsichtig betrachten.

Wir wollen hier am Beispiel unserer eigenen Zucht versuchen, es mal ganz grob hochzurechnen. Das gibt Ihnen dann vielleicht einen Überblick, was so an Kosten zusammenkommt. Dann kann man vielleicht auch eher die Welpenpreise nachvollziehen.

Wir haben in unsere Zucht und unsere Welpen nicht nur sehr viel Zeit investiert. Das beginnt damit, das unsere Hunde uns natürlich auch nicht umsonst ins Haus geflogen sind. Wir haben bisher drei Hunde aus anderen Zuchten erworben, zwei davon entsprachen am Ende leider nicht unseren Anforderungen hinsichtlich Zuchttauglichkeit. Aber lassen wir die Anschaffungspreise unserer Hunde der Einfachheit mal aussen vor. Es könnte ja jemand mit dem Argument kommen, das wir unsere Hunde ja schließlich teilweise selbst gezüchtet und daher quasi „umsonst“ bekommen haben.

Rechnen wir doch einmal am Beispiel eines Hundes hoch. Schauen wir uns im Detail die ersten zwei Jahre bis zur potentiellen Zuchttauglichkeit an. Da wir dem strikten Grundsatz folgen, das ein Hund zunächst mal erwachsen sein muss, bevor er für die Zucht eingesetzt werden kann, wird bei uns ein Hund frühestens mit 18 Monaten zur Zuchttauglichkeitsuntersuchung vorgestellt und -wenn die Zuchttauglichkeit bestätigt wurde- in aller Regel mit frühestens zwei Jahren (eher später) erstmals zur Zucht eingesetzt.

Unterstellen wir der Einfachheit halber, das unser Musterhund zwei Jahre lang völlig gesund ist und nur Impfungen und vielleicht mal ab und an eine Entwurmung angefallen sind. Dann dürfen wir für zwei Jahre etwa 300 Euro an Tierarztkosten rechnen. Dies kann auch komplett anders aussehen – wir haben zum Beispiel für unseren Don in den ersten zwei Jahren über 3.000 Euro Tierarztkosten gehabt. Aber wir wollen ja einfach rechnen, lassen wir also solche „Sonderfälle“ aussen vor. Was wir allerdings nicht aussen vor lassen können, ist die Ernährung. Unsere Hunde werden komplett mit Fleisch, Obst und Gemüse ernährt (man nennt es neudeutsch auch BARF) und bekommen zusätzlich zum "normalen" Futter noch ergänzende Mineralstoffkomplexe. Wir haben belegbar monatlich je Hund etwa 60 bis 80 Euro an Kosten für Futter, Leckerli und Zusätze (ohne besondere Kosten wie evtl. Tierarzt oder Medikamente). Dazu kommt eine OP-Kostenversicherung für jeden Hund und die obligatorische Haftpflichtversicherung, letztlich summiert sich das - sparsam kalkuliert- auf eine Basissumme von etwa 100 Euro je Hund und Monat (es ist mehr, aber wir wollen es einfach halten). Auf die ersten zwei Jahre gerechnet stehen damit allein für einen Hund mindestens 2200 Euro Grundkosten auf der Rechnung (die ersten zwei Monate rechnen wir raus, weil wir die Welpen ja "umsonst" bekommen). Einschließlich Tierarzt stehen wir nun bei etwa 2.500 Euro.

Jetzt folgt die spannendste Frage - wird unser Musterhund zuchttauglich? Vor dem Einsatz zur Zucht lassen wir grundsätzlich jeden Hund sehr ausführlich untersuchen und auswerten. Wir machen diesbezüglich deutlich mehr, als jeder Zuchtverein es fordert, weil wir der Überzeugung sind, das nur wirklich gesunde Hunde in die Zucht gehen sollten. So werden unsere Hunde nicht nur auf HD und ED begutachtet. Darüberhinaus werden sie auch auf Patellaluxation (Knie), OCD (Schulter) und Spondylose (Wirbelsäule) ausgewertet. Das wir auch Herz, Atemwege und Augen vollständig untersuchen lassen ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, soll jedoch auch erwähnt werden. Unterm Strich kosten uns alle Auswertungen und Untersuchungen für einen Hund in etwa 800 Euro. Nachweisbar.

Sie rechnen noch mit? Wir sind jetzt bei knapp 3.300 Euro. Ohne zu wissen, ob ein Hund jemals zuchttauglich sein wird. Sicher ist es möglich, bis hier deutlich an Geld einzusparen. Man kann am Futter sparen, man kann Versicherungen sparen, man kann auch nur HD/ED auswerten lassen. Man muss seinen Hunden keine Mineralkomplexe zufüttern, man braucht für seine Hunde auch keine Leckerli. Man kann seine Hunde auch schon zur Zucht einsetzen, bevor sie alt genug sind - jeder Monat früher bedeutet geringere Kosten. Wir machen so etwas nicht, aber es wäre ein Weg Kosten zu senken.

Weiterer kostenträchtiger Punkt: Ausstellungen. Um eine Vorstellung von dem individuellen Zuchtwert eines Hundes im Vergleich zu anderen Hunden zu bekommen, ist die Teilnahme an mehreren Ausstellungen unverzichtbar. Wir nehmen grundsätzlich nur an großen, internationalen Ausstellungen teil. Wir würden damit niemals Werbung machen, weil wir es lächerlich finden, einen Hund auf Pokale zu reduzieren (deswegen findet man auch keine Showbilder auf unserer Homepage). Aber Ja, auch wir fahren zu Ausstellungen. Dummerweise kosten auch Ausstellungen richtig Geld. Die Startgebühren sind eher zu vernachlässigen (meist um die 30 bis 60 Euro), spannend sind die Kosten für An- und Abreise sowie Unterkunft vor Ort. Die meisten für uns interessanten Shows sind weiter entfernt, oft im angrenzenden Ausland. Für ein Show-Wochenende kann man (sparsam gerechnet) etwa 400 bis 500 Euro für alles zusammen einplanen. Rechnen wir der Fairness halber mit 400 Euro. Bei zwei Ausstellungen jährlich kommen bis zur Zuchttauglichkeit so noch mal 1.600 Euro zusammen.

Sicher geht das auch deutlich billiger. Wenn man jede Ausstellung bei sich um die Ecke mitnimmt, dann fallen die Kosten für Fahrten und Unterkunft weg. Okay, die Aussagekraft solcher Bewertungen ist eher begrenzt. Aber wenn man sparen will und nur mal eben irgendeinen Titel für seine Hunde braucht, dann reicht das auch. Auf den meisten Ausstellungen bekommt man für die reine Anwesenheit nach der zweiten oder dritten Teilnahme einen wohlklingenden Titel verliehen. So kommt übrigens auch die Flut an "Champions"" zustande.

Insgesamt stehen wir nun bereits bei 4.900 Euro Kosten für einen Hund in den ersten zwei Jahren.

Wir haben bisher sechs Hunde bis zu diesem Zeitpunkt großgezogen, entsprechend dürfen wir diesen Wert multiplizieren. Fünf Hunde, macht zusammen 29.400 Euro. Eine stattliche Summe. Und da sind die reinen Anschaffungskosten der Hunde noch nicht einmal mit eingerechnet. Wir lassen auch mal völlig aussen vor, das wir zwei dieser sechs Hunde nicht in die Zucht nehmen konnten und die „Investition“ damit quasi umsonst war. Auch die zusätzlichen Tierarztkosten von mehreren tausend Euro lassen wir mal unbetrachtet, das gehört zum Alltagsrisiko. Solche Banalitäten wie Spielzeuge, Leinen, Halsbänder, Hundebetten, Transportboxen, unser Hundeanhänger und was sonst noch so anfällt wollen wir gar nicht im Detail auflisten. Der eine oder andere Tausender käme so auch noch leicht zusammen. Wir wollen keinen Tag mit einem unserer Hunde missen. Unsere Hunde gehören zur Familie. Daher wollen wir gar nicht kleinlich jeden Cent aufrechnen.

Halten wir einfach fest - bis hier haben wir mindestens 30.000 Euro investiert. Nachweisbar - wir haben Belege für alles.

Und kommen wir jetzt noch zu den reinen Investitionen nur für die Zucht an sich. Aussenstehende haben vermutlich keine Vorstellung, was man alles benötigt, wenn man einen Wurf vernünftig aufziehen möchte. Bei uns werden die Welpen vollständig im Haus aufgezogen, wir haben ein separates Welpenzimmer dafür eingerichtet. Wir halten unsere Hunde nicht in irgendeinem Zwinger oder separaten Schuppen wie es vielfach üblich zu sein scheint. Ich will nicht mit kleinen Details langweilen. Aber angefangen bei halbhoch gefliesten Wänden mit einem stabilen Welpengatter für den Innenbereich über die eigentliche Wurfbox bis hin zur Einrichtung eines Welpenspielplatzes im Aussenbereich kamen bisher weit über 2.000 Euro zusammen. Wer uns besuchen kommt, kann sich das gern anschauen, wer schon mal hier war kann es bestätigen. Die ganzen "Kleinigkeiten" wie beispielsweise chirurgische Nabelklemmen und chirurgische Schere wollen wir gar nicht aufzählen, nehmen wir der Einfachheit mal für die weitere Rechnung nur diese 2.000 Euro (es ist deutlich mehr aber wir wollen ja nicht kleinlich sein...).

Sie können noch folgen? Wir sind jetzt bei etwa 32.000 Euro Grundinvestition. Und wir haben noch keinen Welpen aufgezogen. Dazu kommen wir jetzt.

Der Einfachheit halber rechnen wir aber mit nur einem Hund weiter, wir wollen niemanden verwirren. Nehmen wir einen rechnerischen Wert des Zuchthundes von 5.000 Euro für die weiteren Rechnungen an. Da wir die Anschaffungskosten der Hunde ja nicht berücksichtigen wollen, sollte dieser Wert okay sein.

Zunächst mal beginnt es ja mit der Suche und Auswahl eines geeigneten Rüden. Das Decken unserer Hündin ist (leider) auch nicht umsonst. Üblicherweise zahlt man für das Decken den Preis eines Welpen. Der geeignete Deckrüde wohnt nicht bei uns um die Ecke, in aller Regel bedeutet es eine weite Anfahrt und etwa eine Woche im Hotel (Hunde tun es leider nicht auf Knopfdruck...). Eine Woche im Hotel gibt es nicht umsonst und mit reiner Luft fährt auch unser Auto nicht. Alles zusammen genommen kamen bei unserem letzten Wurf für Hotel, Fahrtkosten und die Decktaxe etwa 2.000 bis 2.500 Euro zusammen. Wir nehmen für die weiteren Rechnungen den niedrigeren Wert, wir wollen ja nicht übertreiben.

Natürlich kann man beim Decken auch viel Geld sparen. Man kann den eigenen Rüden immer und immer wieder einsetzen. Man kann sich auf seltsame Deals einlassen, bei denen man mit einem Welpen aus dem Wurf für das Decken "bezahlt". Man kann auch irgendeinen Hund von "nah dran" nehmen, um Fahrt- und Hotelkosten zu sparen. Man kann auch den Rüden für ein paar Wochen zu sich nach Hause holen (würde bei uns nicht funktionieren und wir wüssten auch nicht, welcher seriöse Halter seinen Hund mal eben für ne Weile abgibt). Man kann natürlich auch seine Hündin beim Rüdenbesitzer für ein paar Tage einquartieren, was wir total daneben finden. Wir würden eines unserer Mädels nie bei sowas Bedeutsamen allein lassen, das könnten wir nie verantworten. Aber jeder wie er es braucht.

Zur Trächtigkeitsvorbereitung und über die Zeit der Trächtigkeit hinweg lassen wir generell mehrere ärztliche Untersuchungen und Impfungen extra machen lassen um die volle Gesundheit von Mutter und Welpen zu gewährleisten. Damit kommen weitere 300 Euro Tierarztkosten auf die Rechnung. Erforderliche Untersuchungen und Behandlungen nach der Geburt sowie ein zusätzliches hochkalorisches Aufbaupräparat für unsere Mutterhündin nach der Geburt kommen in Summe noch mal auf etwa 300 bis 400 Euro. Insgesamt kann es auch der eine oder andere Hunderter mehr sein, wir sind da nicht kleinlich. Lassen Sie uns mit 600 Euro weiter rechnen, wir stehen damit inzwischen bei einer Summe von 7.600 Euro (nur auf der Basis einer Mutterhündin im Alter von zwei Jahren).

Kommen wir jetzt endlich zu den Welpen und deren Aufzucht an sich. Rechnen wir mit einer durchschnittlichen Wurfgröße von sechs Welpen. Wir hatten bisher einmal acht und zweimal drei. War also eher nicht optimal. Zumal wir insgesamt auch noch drei Welpen behalten haben (waren ja umsonst...).

In den ersten zwei bis drei Wochen erfordern die Welpen (bei durchschnittlicher Wurfgröße) keine zusätzliche Ernährung neben der Muttermilch, dafür muss jedoch die Mutterhündin in dieser Zeit besonders hochwertig und energiereich mit etwa der dreifachen Futtermenge als gewöhnlich ernährt werden. Das entspricht Mehrkosten von zusätzlich ca. 150 Euro für drei Wochen. Mit der dritten Woche beginnen wir mit der Zufütterung. Unsere Welpen werden von uns mit allen erdenklichen Proteinen in Berührung gebracht, um den Organismus möglichst intensiv zu trainieren und eventuelle Anzeichen von Unverträglichkeiten bereits frühzeitig zu entdecken. Das beginnt bei diversen Fleischsorten, beinhaltet verschiedene Obst- und Gemüsevarianten, geht über frischen Fisch, Milchprodukte, Getreidesorten und Eier und endet dann jeden Abend mit einer Handfütterung - frisches Tatar vom Metzger. Ehrlich gesagt haben wir noch nie genau nachgerechnet, was das insgesamt so alles kostet, allein für das Tatar fallen bei sechs Welpen täglich etwa zehn Euro an. Auf sechs Wochen gerechnet sind wir mit 300 bis 400 Euro sicher weit unter den tatsächlichen Kosten. Wenn wir nun insgesamt mit etwa 500 Euro weiter rechnen ist das garantiert nicht übertrieben, eher im Gegenteil. Aber wie schon gesagt wollen wir nicht kleinlich sein. 
Zusätzlich gibt es natürlich unsere bewährten Mineralzusätze. Für die üblichen sechs Wochen summiert sich der Aufwand dafür auf in etwa 250 Euro, genau nachgerechnet haben wir das noch nie. Erstmals nach zwei Wochen und dann mit vier und sieben Wochen werden sowohl die Welpen als auch die Mutter entwurmt, das kostet zusammen etwa 150 Euro. Sicher wieder ein Punkt, an dem man jede Menge einsparen kann. Wer seine Welpen bis zur letzten Woche nur von der Mutterhündin säugen lässt, muss nur sehen, das er seine Hündin irgendwie durch die Zeit bringt. Sie rechnen bis hier mit? 

Kommen wir zum nächsten, für uns fast schon letzten Punkt. Am Ende wird uns der Tierarzt zur Wurfabnahme besuchen. Dabei werden die Welpen dann geimpft, gechipt und sie bekommen ihre EU-Impfpässe. Von jedem Welpen wird außerdem eine DNA Probe genommen, um über den COBD die DNA Profile für die Abstammungsnachweise erstellen zu lassen. Dummerweise macht der Tierarzt das nicht umsonst, auch er will (und soll) bezahlt werden. Für sechs Welpen müssen wir in Summe dafür etwa 600 Euro einplanen. Jeder Welpenkäufer bekommt von uns ein umfangreiches „Welpenstartpaket“ mit, unter anderem Leine, Halsband, Decke, Spielzeug etc. Gibt es nicht geschenkt, kostet auch ein paar Euro. Für sechs Welpen zusammen etwa 600 Euro.  

Unterm Strich stehen damit bis hier ca. 9.700 Euro nach dem ersten Wurf einer Hündin. Letztlich fehlen dann noch die Papiere für unseren Wurf. Unsere Hunde werden doppelt registriert, einmal in der Leavitt Bulldog Association und einmal im COBD e.V. Vom COBD wird für jeden Welpen obligatorisch ein DNA Profil erstellt, außerdem gibt es zu jeder Verpaarung eine zertifizierte Abstammungsanalyse auf Basis dieser Profile. Bei sechs Welpen entsprechen die kompletten Kosten der Abstammungsdokumentation in etwa 600 Euro, der Vollständigkeit halber wollen wir es nicht unterschlagen.

Haben Sie bis hier mitgerechnet? Ohne kleinlich auf den Cent zu schauen und vor allem ohne die Berücksichtigung jeglicher Anschaffungskosten für einen unserer Hunde, aber auch ohne die Berücksichtigung der Kosten, die wir für unsere nicht zuchttauglichen Hunde hatten und haben, stehen wir also nach dem ersten Wurf einer Hündin bei Kosten von etwa 10.000 Euro. Dabei gehen wir natürlich davon aus, das während des Wurfes keine Komplikationen auftraten und uns kostensteigernde Dinge wie ein Kaiserschnitt erspart geblieben sind (bisher hatten wir da wirklich Glück).

Wir dürfen bei unserer Rechnung auch nicht darüber nachdenken, das wir in dem Zeitraum, in dem wir Welpen im Haus haben, jeden Tag mindestens zweimal, meist sogar dreimal die Waschmaschine laufen lassen müssen, um die Decken und Unterlagen der Welpen immer schön sauber zu halten (wie schon erwähnt ziehen wir unsere Welpen im Haus und nicht im Stall auf). Es soll auch nicht berücksichtigt werden das wir für die Welpen eine spezielle Wärmelampe die ersten vier Wochen meist relativ durchgängig einschalten müssen und diese Lampe wirklich richtig Strom frisst. Unsere Strom- und Wasserabrechnungen sind immer eine wahre Freude...

Wir haben bisher noch nicht ansatzweise darüber gesprochen, das wir in unsere Welpen neben den monetären Investitionen vor allem auch jede Menge Zeit investieren. In den ersten Wochen heißt das bei uns wirklich 24 Stunden tägliche Überwachung von Mutter und Welpen. Und das bedeutet auch, das während der Welpenzeit den ganzen Tag jemand da ist, der sich mit den Welpen beschäftigt. Wir gewöhnen den Welpen bereits bei uns den angeborenen Beißtrieb ab und unterbinden übermäßige Aggressionen untereinander. Die Welpen werden von uns darauf konditioniert, von sich aus ihr Geschäft bereits nur noch auf einem speziell eingerichteten Bereich zu verrichten, damit die Welpenkäufer es später mit der Stubenreinheit leichter haben. Unsere Welpen kommen permanent in Kontakt zu fremden Menschen. Sie lernen den kompletten Alltag in unserer Familie inklusive aller Geräusche kennen. Es ist eine sehr anstrengende Zeit für uns, aber es macht wirklich auch viel Freude und gibt uns sehr viel zurück. Wir verzichten für unsere Welpen zur Enttäuschung unserer Kinder auf unseren Jahresurlaub. Anders wäre es nicht realisierbar. Wer ebenfalls berufstätig ist, der weiß, das man nur über begrenzt Urlaub verfügt. Wir wollen die investierte Zeit gar nicht im Detail hochrechnen. Aber über die acht Wochen Welpenzeit bis zur Abgabe ist es sicher nicht untertrieben mit etwa 800 Stunden reiner „Arbeitszeit“ zu rechnen. Was verdienen Sie so die Stunde?

Sollen wir mit fünf Euro Stundenlohn rechnen? Lieber nicht, für fünf Euro die Stunde würden zumindest wir nicht arbeiten wollen. Lassen wir das. Am Ende ist und bleibt die Zucht unser Hobby. Wir sind für jeden Moment mit unseren Hunden dankbar und möchten nicht eine Sekunde missen. Daher wollen und werden wir auch nicht über kaufmännische Vernunft bei unseren Hunden nachdenken.

Kommen wir zum Fazit dieses kleinen Ausflugs und kehren wir zurück zum Preis eines Welpen. Die Preise für Welpen aus seriöser Zucht bewegen sich derzeit zwischen 1500 und 2000 Euro. Wir nehmen für einen Welpen 1.800 Euro (womit auch die Frage beantwortet wäre). Wieviel können wir also "verdienen"?

Wenn man mal unterstellt, das alles optimal läuft und wir mit einer Hündin insgesamt zwei Würfe machen (mehr haben wir bisher keiner Hündin zugemutet) und wir im Schnitt je Wurf sechs Welpen bekommen würden, selbst dann wären wir am Ende im Minus. Die Hündin wäre nach dem zweiten Wurf mindestens vier, vermutlich fünf Jahre alt. Heißt im Klartext für die ersten zwei Jahre Kosten von 5000 Euro, jedes weitere Jahr mindestens 1200 Euro. Macht bis zum fünften Lebensjahr Grundkosten nur durch das Atmen der Hündin von etwa 8.600 Euro. Für jeden Wurf kommen Grundkosten von mindestens 5000 Euro für Decken, Versorgung, Aufzucht etc. zusammen. Bei zwei Würfen 10.000 Euro - Macht unterm Strich nach zwei Würfen Gesamkosten von 18.000 Euro. Für eine Hündin bis zum zweiten Wurf.

Rechnen wir jetzt dagegen - 12 Welpen in zwei Würfen. Vorausgesetzt, wir werden keinen Welpen behalten (was unrealistisch ist, aber wir wollen ja so tun als ob) und wir werden alle Welpen zum vollen Preis abgeben (was auch unrealistisch ist, aber naja...), dann haben wir nach dem zweiten Wurf Gesamteinnahmen von 21.600 Euro. In fünf Jahren. Abzüglich der bisherigen Kosten haben wir also in fünf Jahren ein Vermögen von ca. 3.600 Euro angehäuft. Vorausgesetzt natürlich, das zwischenzeitlich kein Hund beim Tierarzt war, es niemals Komplikationen gab und auch sonst keine unvorhersehbaren Kosten dazu kamen.

Vergessen wir auch nicht, das unsere Hündinnen auch weiter bei uns leben, wenn sie nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden. Sie "kosten" also jedes Jahr mindestens 1.200 Euro, eher mehr. Wenn sie bis ans Lebensende gesund bleiben und keine unerwarteten Tierarztkosten anfallen, dann hoffen wir, das sie uns noch sehr lange erhalten bleiben und sie alle mindestens zwölf bis vierzehn Jahre alt werden. Am Ende wird bei allen Hunden ein sattes Minus stehen - aber wie wir schon sagten, wir wollen nicht verdienen.

Nach all den Zahlen sollten wir jetzt mal noch die Anschaffungspreise unserer Hunde dazu rechnen. Und die Tatsache berücksichtigen, das wir bereits zwei Hunde haben, die wir nicht in die Zucht nehmen konnten, die aber trotzdem jeden Monat Geld kosten. Einer davon (unser Don) ist noch dazu schwer krank (schwere HD), er kostet jeden Monat deutlich mehr wegen seiner Medikamente. Trotzdem bleibt er bei uns.
Von einer Hündin mussten wir uns trennen, weil sie sich mit den anderen überhaupt nicht mehr vertragen hat. Sie hat uns nur bis zum dritten Lebensjahr Geld gekostet, also nur ca. 7.500 Euro plus Anschaffung. Einmal für umsonst. Wir möchten keine Minute mit ihr missen, bitte nicht falsch verstehen. Aber rein kaufmännisch betrachtet war auch sie ein einziges großes Minusgeschäft. Ausserdem sollten wir berücksichtigen, das einer unserer Zuchthunde biologisch bedingt niemals Welpen bringen wird - bei Rüden ist das halt so. Sicher bekommen wir für Crash ab und an mal eine Decktaxe. Aber da wir so "dämlich" sind und die meisten Deckanfragen bisher abgelehnt haben, reicht das sicher nicht um ihn sein Leben lang zu finanzieren. Ergo ist unser Crash auch ein "Kostenfaktor", der alles andere als Gewinn bringt.

Wir hoffen, das wir mit dieser ausführlichen Darstellung einen Überblick geben konnten. Für Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung. Nutzen Sie einfach unsere Kontaktseite. Oder rufen Sie uns an. Es wäre allerdings schön, wenn Ihre erste Frage dann nicht lautet, warum unsere Welpen viel zu teuer sind.

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